Ankommen
Die meisten Reisenden kommen an einem von drei Orten an: am Hauptbahnhof, am Flughafen BER oder am Fernbusbahnhof im Westen der Stadt. Von allen dreien sind Sie mit Bahn oder Bus in einer halben bis einer Dreiviertelstunde in der Innenstadt.
Mit der Bahn
Der Hauptbahnhof, 2006 eröffnet, ist ein Kreuzungsbahnhof auf mehreren Ebenen: Oben fahren die Züge in Ost-West-Richtung, tief unten jene in Nord-Süd-Richtung. Er liegt im Tarifbereich A, nur einen Spaziergang vom Reichstagsgebäude entfernt. Fernzüge halten auch an anderen Bahnhöfen, etwa Südkreuz, Gesundbrunnen, Ostbahnhof oder Spandau – prüfen Sie, welcher Halt Ihrer Unterkunft am nächsten liegt.
Mit dem Flugzeug
Der Flughafen Berlin Brandenburg (BER), seit 2020 in Betrieb, liegt südöstlich der Stadt in Schönefeld und damit bereits in Brandenburg. Vom Bahnhof unter dem Terminal fahren S-Bahnen und Regionalzüge in die Innenstadt; mit dem Regionalzug sind Sie in rund einer halben Stunde am Hauptbahnhof. Der Flughafen liegt im Tarifbereich C. Eine Fahrkarte nur für die Bereiche A und B reicht für diese Strecke nicht.
Mit dem Fernbus
Die meisten Fernbusse halten am Zentralen Omnibusbahnhof am Funkturm in Charlottenburg-Westend. In der Nähe liegen der U-Bahnhof Kaiserdamm und der S-Bahnhof Messe Nord/ICC, von dort geht es in etwa einer halben Stunde in die Innenstadt. Viele Linien halten zusätzlich an weiteren Punkten im Stadtgebiet.
Mit dem Auto
Innerhalb des S-Bahn-Rings gilt eine Umweltzone, in die nur Fahrzeuge mit grüner Plakette fahren dürfen. Parkplätze sind in der Innenstadt knapp. Wer mit dem Auto anreist, lässt es am besten an der Unterkunft stehen und fährt mit Bahn und Bus weiter.
Bahn, Bus und Tram
Das Rückgrat des Nahverkehrs bildet die S-Bahn. Die Ringbahn umrundet die Innenstadt auf rund 37 Kilometern und braucht dafür etwa eine Stunde; ihrer Form auf dem Netzplan verdankt sie den Spitznamen „Hundekopf“. Die Linie S41 fährt im Uhrzeigersinn, die S42 in die Gegenrichtung. Quer durch die Mitte verläuft die Stadtbahn auf gemauerten Viaduktbögen von Westkreuz bis Ostkreuz, mit Halten wie Zoologischer Garten, Hauptbahnhof, Friedrichstraße und Alexanderplatz.
Neun U-Bahn-Linien, U1 bis U9, erschließen vor allem die Innenstadt. Nicht alle fahren unter der Erde: Die U1 überquert die Spree auf der Oberbaumbrücke, die U2 fährt entlang der Schönhauser Allee auf einem Viadukt. Die Tram ist überwiegend im Osten unterwegs, denn West-Berlin hatte sein Straßenbahnnetz bis 1967 stillgelegt; nur wenige Strecken reichen heute wieder in den Westteil. Busse ergänzen das Netz bis in die Außenbezirke, viele davon als Doppeldecker. Die Linien 100 und 200 verbinden die westliche Innenstadt mit dem Alexanderplatz und passieren dabei etliche Sehenswürdigkeiten; die genaue Linienführung sollten Sie vorab prüfen.
In den Nächten zum Samstag und Sonntag sowie vor Feiertagen fahren die meisten U-Bahn-Linien und viele S-Bahnen durchgehend, in den übrigen Nächten übernehmen Nachtbusse. Auch einige Fähren gehören zum Nahverkehr, etwa über die Havel zwischen Wannsee und Kladow.
Fahrscheine und Tarifbereiche
Für Berlin und das Umland gilt ein gemeinsamer Tarif. Er teilt das Gebiet in drei Bereiche, und welche davon Ihre Fahrkarte abdeckt, ist die wichtigste Frage beim Kauf.
| Bereich | Gebiet | Beispiele |
|---|---|---|
| A | Innenstadt innerhalb des S-Bahn-Rings | Brandenburger Tor, Museumsinsel, Alexanderplatz, Bernauer Straße, East Side Gallery, Kreuzberg |
| B | vom Ring bis zur Stadtgrenze | Wannsee, Grunewald und Teufelsberg, Müggelsee, Pfaueninsel |
| C | Umland jenseits der Stadtgrenze | Potsdam mit Sanssouci, Flughafen BER |
Die meisten Fahrkarten gelten für die Bereiche A und B und damit für das ganze Stadtgebiet. Für Potsdam und den Flughafen brauchen Sie eine Karte, die zusätzlich den Bereich C einschließt, oder einen passenden Anschlussfahrschein.
Fahrschein entwerten
An Berliner Bahnhöfen gibt es keine Sperren. Umso wichtiger ist eine Regel, die Besucherinnen und Besucher oft übersehen: Papierfahrscheine müssen vor Fahrtantritt entwertet sein. Trägt die Karte beim Kauf noch kein Datum, stempeln Sie sie an einem der Entwerter auf dem Bahnsteig oder im Bus beziehungsweise in der Tram. Kontrolliert wird regelmäßig, oft von Personal in Zivil; wer ohne gültige Fahrkarte angetroffen wird, muss mit einem erhöhten Beförderungsentgelt rechnen. Digitale Fahrkarten aus den offiziellen Apps gelten ab dem angezeigten Zeitpunkt und müssen nicht entwertet werden. Fahrräder brauchen in Bahnen und Tram einen eigenen Fahrschein.
Zu Fuß und mit dem Rad
Berlin misst von Ost nach West rund 45 Kilometer, doch die Innenstadt lässt sich gut zu Fuß erkunden. Vom Brandenburger Tor bis zur Museumsinsel sind es über Unter den Linden nur rund anderthalb Kilometer. An vielen Ampeln, vor allem im Osten, leuchtet das Ampelmännchen, 1961 vom Verkehrspsychologen Karl Peglau entworfen. Achten Sie auf Radwege: Sie verlaufen oft auf dem Gehweg, sind farbig gepflastert oder markiert und werden zügig befahren.
Das Fahrrad ist in Berlin ein Alltagsverkehrsmittel. Die Stadt ist flach, das Radwegenetz wächst, hat aber Lücken. Für Ungeübte heikel sind vor allem Kopfsteinpflaster, Tramschienen, in die ein Vorderrad geraten kann, und rechts abbiegende Lastwagen. Leihräder verschiedener Anbieter stehen in der Innenstadt an vielen Ecken. In S-Bahn, U-Bahn und Tram dürfen Räder in der Regel in den gekennzeichneten Bereichen mit, wenn Platz ist, in Bussen meist nicht. Eine Helmpflicht gibt es nicht; ratsam ist ein Helm trotzdem.
Tipp
Auf dem Mauerweg
Der Berliner Mauerweg folgt auf rund 160 Kilometern dem früheren Grenzverlauf um West-Berlin und ist durchgehend ausgeschildert. Einzelne Abschnitte, etwa entlang der Spree oder am Stadtrand, eignen sich gut für eine Halbtagestour. Mehr dazu unter Berliner Mauer.
Barrierefreiheit
Berlin ist in den vergangenen Jahren deutlich zugänglicher geworden, aber nicht überall. Fast alle S-Bahnhöfe und gut vier von fünf U-Bahnhöfen sind stufenlos erreichbar, meist über Aufzüge. Die Trams sind überwiegend Niederflurfahrzeuge, Busse haben Rampen. Aufzüge fallen allerdings gelegentlich aus; die Verbindungsauskünfte zeigen in der Regel an, welche gerade außer Betrieb sind.
In historischen Vierteln sind Kopfsteinpflaster und hohe Bordsteine die größeren Hürden, und in Altbauten fehlt häufig ein Aufzug – fragen Sie bei der Unterkunft gezielt nach. Die großen Museen, das Reichstagsgebäude mit seiner Kuppel und die meisten Gedenkstätten sind weitgehend barrierefrei; Einzelheiten nennen die Häuser auf ihren offiziellen Seiten.
Alltag und Gepflogenheiten
Sonntagsruhe und Ladenöffnung
Werktags dürfen Geschäfte in Berlin gesetzlich rund um die Uhr öffnen, viele Supermärkte haben bis in den späten Abend auf. Sonntags und an Feiertagen bleiben die meisten Läden dagegen geschlossen. Ausnahmen sind Geschäfte in großen Bahnhöfen, einzelne verkaufsoffene Sonntage und die Spätis, die kleinen Läden an der Ecke. Museen, Parks und Gedenkstätten sind sonntags in der Regel geöffnet – dafür haben viele Museen einen Ruhetag, häufig den Montag. Karten werden fast überall akzeptiert, in kleinen Kneipen und Imbissen aber nicht immer.
Vorab anmelden
Für die Kuppel des Reichstagsgebäudes ist in der Regel eine vorherige Anmeldung beim Deutschen Bundestag nötig, und auch einige Museen arbeiten mit Zeitfenstern. Planen Sie dafür ein paar Tage Vorlauf ein. Mehr unter Brandenburger Tor & Reichstag.
Pfand
Auf Getränkedosen, die meisten Plastikflaschen und viele Glasflaschen wird Pfand erhoben. Sie bekommen es zurück, wenn Sie die leeren Behälter an den Rückgabeautomaten im Supermarkt abgeben. Viele Menschen stellen leere Pfandflaschen neben den Mülleimer statt hinein – für jene, die sie sammeln. Das ist in Berlin übliche Praxis und keine Unordnung.
Trinkwasser
Berliner Leitungswasser wird aus Grundwasser gewonnen und ist bedenkenlos trinkbar, wenn auch recht kalkhaltig. In der Stadt stehen inzwischen mehr als 200 öffentliche Trinkbrunnen, vor allem auf Plätzen und in Parks.
Ruhezeiten
Zwischen 22 und 6 Uhr gilt Nachtruhe, Sonn- und Feiertage sind ebenfalls geschützt. In Häusern mit Hinterhof trägt der Schall weit: Gespräche auf dem Balkon oder Rollkoffer im Treppenhaus hört das ganze Haus. Auch an beliebten Treffpunkten am Wasser, etwa am Landwehrkanal, bitten Anwohnerinnen und Anwohner nachts um Rücksicht.
Sicherheit, Wetter, Kleidung
Berlin ist für eine Stadt dieser Größe ein überwiegend sicheres Reiseziel. Das häufigste Ärgernis sind Taschendiebstähle, vor allem im Gedränge an Sehenswürdigkeiten, auf Bahnhöfen und in vollen Zügen. Tragen Sie Wertsachen vorn am Körper, lassen Sie das Telefon nicht offen auf dem Tisch liegen und schließen Sie Fahrräder immer an einem festen Gegenstand an.
Im Notfall
Rettungsdienst und Feuerwehr erreichen Sie unter 112, die Polizei unter 110. Beide Nummern funktionieren ohne Vorwahl, auch vom Mobiltelefon.
Packen Sie in Schichten: Auch im Sommer kann es abends kühl werden, und ein Schauer ist jederzeit möglich. Bequeme, feste Schuhe sind wichtiger als alles andere, denn Sie werden mehr laufen als gedacht, oft auf Kopfsteinpflaster. Im Winter weht ein kalter Wind über die großen Plätze und Brücken; Mütze und Handschuhe sind dann keine Übertreibung. Wie sich das Wetter übers Jahr verteilt, lesen Sie unter Berlin im Jahreslauf.
Berliner Wörter
Berlinerisch ist eher ein Tonfall als ein Dialekt, und vieles erschließt sich aus dem Zusammenhang. Ein paar Wörter begegnen Ihnen aber so oft, dass Sie sie kennen sollten. Mehr über das Leben in den Vierteln steht unter Kieze.
A
- Altbau
- Wohnhaus aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, mit hohen Decken, Stuck und oft einem oder mehreren Hinterhöfen. In vielen Kiezen der häufigste Haustyp.
- Ampelmännchen
- Die Figur mit Hut auf den Fußgängerampeln, 1961 von Karl Peglau für den Osten entworfen und nach der Wiedervereinigung geblieben.
B
- Berliner Schnauze
- Die direkte, oft trockene Art, mit der in Berlin gesprochen wird. Meist nicht unfreundlich gemeint.
H
- Hinterhof
- Der Hof hinter dem Vorderhaus, oft gefolgt von weiteren Höfen. Früher lagen hier Werkstätten und kleine Wohnungen, heute auch Ateliers und Gärten.
I
- Icke
- Berlinerisch für „ich“, oft auch kurz „ick“.
K
- Kiez
- Das eigene Viertel, die Nachbarschaft mit ihren Straßen, Läden und Plätzen. Berlin versteht sich als Stadt vieler Kieze.
- Kneipe
- Einfaches Lokal, in dem vor allem getrunken und geredet wird.
P
- Pfannkuchen
- In Berlin das süße, mit Marmelade gefüllte Gebäck, das anderswo „Berliner“ heißt. Was andernorts Pfannkuchen ist, nennt man hier Eierkuchen.
R
- Ringbahn
- Die S-Bahn-Strecke rund um die Innenstadt. „Innerhalb des Rings“ heißt für Fahrgäste so viel wie: Tarifbereich A.
S
- Schrippe
- Brötchen.
- Späti
- Kurz für Spätkauf: kleiner Laden mit Getränken, Snacks und dem Nötigsten für den Alltag, der bis spät in die Nacht und oft auch sonntags geöffnet hat.
- Stulle
- Belegte Scheibe Brot, das klassische Pausenbrot.
W
- Wa?
- Angehängtes „nicht wahr?“, etwa in „Schönes Wetter heute, wa?“.